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4. Juli 2008 15:42

Independence Day
Wall Street bleibt zu


Am Freitag bleibt die Wall Street wegen des amerikanischen Unabhängigkeitstages geschlossen. Zuvor waren die US-Börsen zum Ende ihrer verkürzten Woche uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Die Standardwerte verbuchten am Donnerstag trotz eines neuen Rekordhochs beim Ölpreis Gewinne - die Investoren griffen vor allem bei den Titeln der Energiekonzerne zu. An der Nasdaq drückte dagegen eine Umsatzwarnung des Grafikkartenherstellers Nvidia auf die Stimmung. Die Marktteilnehmer verließen das Börsenparkett früher als sonst. In dem verkürzten Handel vor dem US-Feiertag "Independence Day" (Unabhängigkeitstag) blieben auch die Umsätze relativ gering. Am Freitag bleiben die US-Börsen geschlossen.
 
Der Leitindex Dow Jones schloss 0,7 Prozent fester bei 11.288 Punkten. Im Verlauf hatte er sich zwischen 11.157 und 11.337 Stellen bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 0,1 Prozent zu auf 1262 Zähler zu. Der Technologie-Index Nasdaq gab 0,3 Prozent nach auf 2245 Stellen. Über die verkürzte Woche ergab sich für den Dow ein Minus von 0,5 Prozent, der S&P-500 verlor 1,2 Prozent und der Nasdaq-Index gar 3,03 Prozent.
 
Für Erleichterung hatte an der Wall Street zu Handelsbeginn vor allem der jüngste Arbeitsmarktbericht gesorgt, der Rezessionsängste dämpfte. Zwar baute die US-Wirtschaft im Juni außerhalb der Landwirtschaft bereits den sechsten Monat in Folge Stellen ab. Mit einem Minus von 62.000 Jobs fiel der aktuelle Bericht des Arbeitsministeriums aber nur minimal schlechter aus als erwartet. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 5,5 Prozent. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist entscheidend für die Konsumausgaben, die wiederum gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung in den USA ausmachen. "Die Zahlen waren nicht so schlimm, wie sie hätten sein können", brachte es Joe Saluzzi von Themis Trading auf den Punkt.
 
Öl wieder unter 145 Dollar

Auch der Ölpreis wirkte sich diesmal nicht belastend aus, obwohl er mit 145,85 Dollar vorübergehend eine neue Höchstmarke erreichte. Im späteren Verlauf lag der Preis pro Barrel dann wieder deutlich unter 145 Dollar. Die Aktien der Ölriesen waren gefragt: Papiere von Exxon Mobil verteuerten sich um knapp ein Prozent, die des Rivalen Chevron um 1,2 Prozent.
 
Dagegen zählten die Titel der beiden Krankenversicherer Aetna und Health Net zu den Verlierern. Sie büßten 6,7 beziehungsweise gut zwölf Prozent ein, nachdem Goldman Sachs für beide Papiere eine Verkaufsempfehlung abgegeben hatte.
 
Noch größer waren die Verluste allerdings bei den Aktien von Nvidia, die gar um mehr als 30 Prozent einbrachen und auch andere Chipwerte wie Intel und AMD belasteten. Nvidia hatte erklärt, der Umsatz werde im zweiten Quartal wegen der schwächeren Nachfrage und des Preisdrucks wohl unter den Markterwartungen bleiben.
 
Im Aufwind segelten dagegen einige der zuletzt stark abgestürzten US-Fluggesellschaften. Branchenprimus American Airlines (plus 4,6 Prozent kündigte einen massiven Stellenabbau an und will laut Medien mit British Airways und Spaniens Iberia eine enge Transatlantik-Allianz schmieden. Im grünen Bereich flogen auch die Fusionspartner Delta (plus 1,0 Prozent) und Northwest (plus 1,9 Prozent).
 
Neue Spekulationen um Bündnisse verhalfen Yahoo zu Gewinnen (plus 2,3 Prozent). Der Internetkonzern klopft laut US-Medien bei denselben möglichen Partnern an, die auch Microsoft (0,4 Prozent) Berichten zufolge für eine gemeinsame Übernahme von Yahoo umwirbt.
 
An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,93 Mrd. Aktien den Besitzer. 1062 Werte legten zu, 2001 gaben nach und 95 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,41 Mrd. Aktien 1061 im Plus, 1697 im Minus und 138 unverändert.


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