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"Der Führer ist gegangen" - FARC-Chef Marulanda tot

 
Politik


Manuel Marulanda auf einem Bild aus dem Jahr 2001.
Manuel Marulanda auf einem Bild aus dem Jahr 2001.

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Sonntag, 25. Mai 2008

"Der Führer ist gegangen"FARC-Chef Marulanda tot


Der langjährige Chef der linksgerichteten Guerillaorganisation "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC), Manuel Marulanda, ist tot. "Der große Führer ist gegangen", heißt es in einem Dokument der FARC, aus dem der kolumbianische Fernsehsender Caracol zitierte. Zuvor hatte bereits das kolumbianische Verteidigungsministerium Berichte über den Tod des FARC-Chefs bestätigt.
 
Marulanda sei bereits am 26. März um 18.30 Uhr gestorben, erklärte Verteidigungsminister Juan Manuel Santos in Bogotá. Dies sei der Regierung von einer Quelle mitgeteilt worden, die "noch nie geirrt" habe. "Marulanda dürfte sich in der Hölle aufhalten", fügte Santos hinzu. Seine Nachfolge an der Spitze der FARC übernehme der bisherige ideologische Anführer der Rebellenorganisation, Alfonso Cano. Auch dies wurde von der FARC bestätigt.
 
"FARC-Kämpfer wollen Bétancourt freilassen"
 
Präsident Alvaro Uribe zeigte sich verärgert darüber, dass der Verteidigungsminister den Tod Marulandas verkündete. Er gab bekannt, mehrere Chefs der FARC-Guerilla hätten sich zur Freilassung der vor sechs Jahren entführten Politikerin Ingrid Bétancourt und anderer Geiseln bereiterklärt.
 
"Die Regierung hat von der FARC Anrufe erhalten, in denen bestimmte Chefs ihre Entscheidung mitteilten, sie wollten aufgeben und Ingrid Betancourt freilassen, wenn die Regierung ihnen Freiheit garantiert», sagte Uribe. Die FARC-Chefs sollten dann Frankreich übergeben werden. Dort könnten sie "von ihrer Freiheit Gebrauch machen". Die französisch-kolumbianische Politikerin Bétancourt war im Februar 2002 von FARC-Rebellen entführt worden. Uribe bekräftigte sein Angebot, an Guerilla-Kämpfer, die mit den Geiseln desertierten, bis zu 100 Millionen Dollar Prämien auszuzahlen.
 
"Tirofijo", der "sichere Schuss"
 
Rebellenchef Marulanda war unter dem Kampfnamen "Tirofijo" (sicherer Schuss) bekannt und trat so gut wie nie in der Öffentlichkeit auf. In der Vergangenheit war Marulanda, der die FARC in den 50er Jahren gegründet hatte, bereits 17 Mal für tot erklärt worden. 1960 wurde sein Schwager und Mitstreiter Pedro Ardila von Einheiten der Regierung getötet. Marulanda sagte daraufhin: "Sie haben das Lamm getötet, nicht jedoch den Tiger". Der bürgerliche Name des nach Angaben seines Vaters am 12. Mai 1928 geborenen Guerilla-Chefs lautete Pedro Antonio Marín. Er selbst sagte in Interviews, dass er vermutlich im Jahr 1930 geboren wurde.
 
Die FARC ist mit zeitweise rund 17.000 Mitgliedern die größte kolumbianische Rebellenorganisation. Besonders stark ist sie in den Dschungel-Gebieten im Südwesten des südamerikanischen Landes vertreten. Die dortigen Koka-Plantagen sind die Haupt-Finanzquellen der Guerilla, die ihren Kampf unter anderem mit Einkünften aus dem Drogenhandel finanziert. Die FARC halten in Kolumbien zwischen 700 und 1000 Geiseln fest. Auf Vermittlung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez ließ die FARC Mitte Januar die zusammen mit Bétancourt verschleppten Geiseln Clara Rojas und Consuelo González frei. In Kolumbien, den USA und der EU steht die FARC auf der Liste der Terrororganisationen.


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